Ein Bewerbungsportal lehnt Anhänge über 2 MB ab, ein Shopware-Katalog mit 400 Produktfotos lädt zu langsam: Beide Probleme lösen Tools zur Bildkomprimierung, aber nicht dasselbe Tool. Dieser Artikel vergleicht vier davon: ImgCompress.app, TinyPNG, Squoosh und iLoveIMG.
Eine Vorbemerkung zur Befangenheit: Wir entwickeln ImgCompress.app selbst. Gemessen haben wir deshalb nur unser eigenes Tool und die Open-Source-Encoder mozjpeg, libwebp und libaom. Die drei übrigen Dienste vergleichen wir anhand ihrer offiziellen Seiten, ohne eigene Messwerte. Details dazu stehen im Abschnitt zur Methodik.
Welches Tool für welchen Fall
Die Tabelle fasst unsere Empfehlung für die vier Tools zur Bildkomprimierung zusammen. Die Begründungen folgen weiter unten.
| Situation | Unsere Wahl | Grund |
|---|---|---|
| Fotos für Blog oder Shop auf 1920 px verkleinern | ImgCompress.app | Läuft im Browser, ohne Upload, Stapel mit bis zu 10 Dateien |
| Möglichst kleine JPEG-, WebP- oder AVIF-Dateien | Squoosh | Setzt MozJPEG, WebP und AVIF-Encoder ein, ebenfalls ohne Upload |
| Screenshots und Logos als kleine PNG-Dateien | Palette-PNG mit libimagequant (etwa in pngquant) | In unserem Test 2 bis 4 Mal kleiner als der verlustfreie Standard von ImgCompress.app |
| Sehr große Dateien bis 200 MB | iLoveIMG | Basic-Plan nennt 200 MB pro Datei, Verarbeitung auf Servern |
| Automatisierung per Skript | TinyPNG API | 500 kostenlose Komprimierungen pro Monat |
| Vertrauliche Dokumente, Ausweise, Kundenfotos | ImgCompress.app oder Squoosh | Bilddaten verlassen das Gerät nicht |
So haben wir getestet
Testdatum war der 5. Oktober 2026. Rechner: Apple M3 Max mit macOS 26.7.1. Die App lief in Chromium 154 gegen einen lokalen Entwicklungsserver, die Encoder über sharp 0.35.5 mit mozjpeg, libwebp 1.6.0, aom 3.15.1 und libimagequant 2.4.1.
Gemessen haben wir an sechs Bildern mit freier Lizenz:
| Datei | Quelle und Urheber | Lizenz |
|---|---|---|
| Landschaft, 5184 × 3456 px | Wikimedia Commons, "Lake Mountain Landscape", Bonnie Moreland | CC0 1.0 |
| Porträt, 8256 × 5504 px | Wikimedia Commons, "Woman in a headwrap in Quebec City", Wilfredor | CC0 1.0 |
| Produktfoto, 4080 × 3072 px | Wikimedia Commons, "Balenciaga shoes with huge soles", Syced | CC0 1.0 |
| Logo mit Alpha, 1568 × 1274 px | Wikimedia Commons, "NEW LOGO R", Enzy Cell | CC0 1.0 |
| Kodak-Testbild 4, 512 × 768 px | Eastman Kodak Company, über r0k.us/graphics/kodak | von Kodak zur uneingeschränkten Nutzung freigegeben |
| Screenshot, 1440 × 900 px | unsere Seite /compress | eigenes Werk |
Als Qualitätsmaß dient SSIM, ein Wert von 0 bis 1 dafür, wie ähnlich das Ergebnis dem Original sieht; 1 bedeutet identisch. Verglichen wird immer bei gleicher Pixelgröße. Jede Zeile beruht auf einem einzigen Durchlauf, die sechs Bilder sind keine statistische Stichprobe.
Nicht gemessen haben wir TinyPNG, die Squoosh-Weboberfläche und iLoveIMG, ebenso wenig Safari, Firefox, die AVIF- und WebP-Ausgabe von ImgCompress.app und den Produktionsbuild. Der Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt, jede Zahl haben wir gegen die Messdaten oder die offiziellen Seiten geprüft. Testdateien und Skripte sind in unseren Methodennotizen aufgeführt, mehr zu uns auf der Seite Über uns.
Ergebnisse: Was die Bildkomprimierung wirklich spart
Beim Standardlauf von ImgCompress.app (Qualität 0,8, Ziel 1 MB, längste Kante 1920 px) schrumpften die Fotos stark:
| Bild | Vorher | Nachher | Ersparnis |
|---|---|---|---|
| Landschaft | 2,78 MB | 244,5 kB | 91,4 % |
| Porträt | 11,47 MB | 150 kB | 98,7 % |
| Produktfoto | 2,31 MB | 243 kB | 89,7 % |
Die Verarbeitung dauerte 88 bis 694 Millisekunden pro Bild. Bevor Sie diese Zahlen als Kompressionswunder lesen: Den größten Teil der Ersparnis bringt die Verkleinerung auf 1920 Pixel, nicht der Encoder. Für die Darstellung im Web passt das. Wer die volle Auflösung braucht, muss "Auflösung beibehalten" einschalten, und diesen Fall haben wir nicht gemessen.
JPEG: Hier verlieren wir gegen mozjpeg
Bei gleicher Größe von 1920 px lieferte mozjpeg mit Qualität 80 deutlich kleinere Dateien als unser Tool:
| Bild | ImgCompress.app | mozjpeg q80 | App größer um |
|---|---|---|---|
| Landschaft | 250 kB | 183 kB | 36 % |
| Produktfoto | 249 kB | 183 kB | 36 % |
| Porträt | 154 kB | 93 kB | 66 % |
Beim Porträt war die App nicht nur größer, sondern auch im SSIM schlechter (0,960 gegenüber 0,982). Der Grund: ImgCompress.app nutzt den JPEG-Encoder des Browsers über die Canvas-Funktion, mozjpeg ist auf kleine Dateien spezialisiert. Die SSIM-Werte der App lagen bei den drei Fotos zwischen 0,960 und 0,986. Mehr dazu im Beitrag JPEG-Komprimierung: Best Practices.
PNG: Palette schlägt verlustfrei
Bei PNG ist unsere Schwäche größer. ImgCompress.app kodiert PNG nur verlustfrei neu, ohne Farbreduktion:
| Bild | Original | ImgCompress.app | Palette-PNG (libimagequant) |
|---|---|---|---|
| UI-Screenshot | 98,4 kB | 78,5 kB (−20 %) | 32,2 kB (−68 %), SSIM 0,9985 |
| Logo mit Alpha | 148 kB | 111 kB (−25 %) | 26,0 kB (−83 %), SSIM 0,9967 |
Palette-Quantisierung ist verlustbehaftet, sie reduziert auf 256 Farben. Bei Screenshots und flachen Logos fällt das praktisch nicht auf, bei Farbverläufen kann es Streifen geben. Das Kodak-Foto sparte in der App nur 15 Prozent; verlustfreies libpng auf Stufe 9 erreichte 66 Prozent.
WebP und AVIF in voller Auflösung
Bei 100 Prozent der Pixel (ohne Verkleinerung) ergab sich diese Reihenfolge, gemessen mit mozjpeg q75, AVIF q50 und libwebp q75:
| Bild | mozjpeg q75 | AVIF q50 | AVIF kleiner um |
|---|---|---|---|
| Landschaft | 839 kB | 447 kB | 47 % |
| Porträt | 1.534 kB | 633 kB | 59 % |
| Produktfoto | 521 kB | 228 kB | 56 % |
WebP lag auf allen drei Fotos 28 bis 33 Prozent unter mozjpeg, also zwischen JPEG und AVIF. Der Preis bei AVIF ist die Rechenzeit: Zwischen 1,0 Sekunden (12,5 Megapixel) und 3,9 Sekunden (45 Megapixel) pro Bild mit nativem libaom. mozjpeg braucht für 1920 px nur 0,2 bis 0,4 Sekunden. Für ein Titelbild ist das egal, bei 500 Bildern im Stapel spürbar. Außerdem unterschätzt SSIM die Glättung feiner Texturen bei AVIF, schauen Sie sich Ergebnisse also an. Vertiefung: AVIF-Format im Detail.
Bei flachen Grafiken war AVIF am kleinsten: 13,3 kB für das Logo, gegenüber 26,0 kB als Palette-PNG und 32,8 kB als WebP. Palette-PNG bleibt trotzdem die sicherste Wahl, weil jedes Programm es öffnet.
Bilder komprimieren kostenlos: die vier Tools im Einzelvergleich
Alle vier sind Tools zur Bildkomprimierung, die sich ohne Installation im Browser nutzen lassen.
ImgCompress.app
Läuft vollständig im Browser, ohne Konto. Eingaben: JPG, PNG, WebP und AVIF, Ausgabe im gleichen oder einem anderen dieser Formate. Pro Stapel sind 10 Dateien mit je 50 MB möglich. Bei unserem Test (2026-10-05) kam das Skript der Kompressionsbibliothek von cdn.jsdelivr.net; seitdem liefert die Seite es von der eigenen Domain aus, sodass beim Komprimieren keine Anfrage an einen Drittanbieter geht. Die Bilddaten wurden nie gesendet: In unseren sechs Läufen gab es 0 POST-Anfragen und 0 Anfragen mit Inhalt. Im Tab "Netzwerk" der Browser-Entwicklertools können Sie es selbst nachvollziehen.
Schwächen: JPEG-Dateien sind größer als bei mozjpeg, PNG wird nur verlustfrei verkleinert, es gibt weder API noch Kommandozeile noch Desktop-App. Andere Formate wie GIF, SVG oder HEIC verarbeitet die Seite Konvertieren, nicht die Komprimierung.
TinyPNG
Laut tinypng.com verarbeitet das Tool JPEG XL, AVIF, WebP, JPG, PNG und APNG, kostenlos bis zu 20 Bilder gleichzeitig mit höchstens 5 MB je Datei, ohne Konto. Die Formatkonvertierung ist in der kostenlosen Version auf 3 Bilder begrenzt. Die Dateien werden hochgeladen und laut Anbieter höchstens 48 Stunden gespeichert, danach gelöscht. Die Entwickler-API bietet 500 kostenlose Komprimierungen pro Monat. Wer eine TinyPNG Alternative sucht, hat oft das 5-MB-Limit oder den Upload im Blick. Eigene Messwerte haben wir nicht.
Squoosh
Squoosh ist eine Open-Source-Web-App von Google Chrome Labs (GitHub). Die Bilder werden lokal verarbeitet, laut Projektseite sendet Squoosh sie nicht an einen Server. Gesammelt werden nur Nutzungsstatistiken über Google Analytics, keine Bilddaten. Die Codecs (MozJPEG, WebP, AVIF, OxiPNG) laufen als WebAssembly im Browser, laut web.dev. Es sind also dieselben Open-Source-Encoder, die wir für die Benchmarks genutzt haben. Die Kommandozeilenversion ist veraltet und wird nicht mehr gepflegt, die Web-App bleibt unterstützt.
iLoveIMG
Die Komprimierungsseite nennt JPG, PNG, SVG und GIF. Laut Preisseite umfasst der kostenlose Basic-Plan Dateien bis 200 MB und 30 Aufgaben beim Komprimieren, Verkleinern und Konvertieren, ein kostenloses Konto genügt. Premium kostet 7 US-Dollar im Monat (oder 4 Dollar bei Jahreszahlung von 48 Dollar) und ist werbefrei. Dateien werden auf den Servern des Anbieters verarbeitet und laut Sicherheitsseite innerhalb von zwei Stunden nach der Verarbeitung gelöscht. Für Skripte gibt es die separate Schnittstelle iLoveAPI.
Datenschutz: Upload oder lokale Verarbeitung
Bei Bildern ist die DSGVO-Frage konkret: Wo liegt die Datei während der Komprimierung? Bei einem Upload landet sie auf einem fremden Server, bei lokaler Verarbeitung nicht.
| Tool | Verarbeitung | Aufbewahrung laut Anbieter |
|---|---|---|
| ImgCompress.app | Im Browser | Kein Upload |
| Squoosh | Im Browser | Kein Upload |
| TinyPNG | Auf Servern des Anbieters | Höchstens 48 Stunden |
| iLoveIMG | Auf Servern des Anbieters | Gelöscht innerhalb von 2 Stunden |
Für Produktfotos vor dem Launch oder Fotos von Kundinnen und Kunden spricht das für lokale Tools. Bei öffentlichen Blogbildern ist der Unterschied unkritisch.
Einstellungen für typische Aufgaben
Welche Einstellung passt, hängt vom Bildtyp ab. Das gilt für alle Tools zur Bildkomprimierung gleichermaßen.
- Onlineshop (Shopware, WooCommerce): Produktfotos auf 1920 px längste Kante, JPEG oder WebP. Ein Katalog mit 400 Bildern geht in Stapeln zu 10 Dateien in ImgCompress.app, ein Skript mit der TinyPNG API oder mozjpeg ist für große Mengen bequemer. Mehr dazu im Beitrag Produktbilder für den Onlineshop optimieren.
- WordPress-Blog: Bilder vor dem Upload ins Medienarchiv auf die tatsächlich angezeigte Breite verkleinern. WordPress erzeugt eigene Größen, spart aber nicht das Original.
- Bewerbungsportale mit Größenlimit: Wenn ein Portal 2 MB verlangt, genügt für Scans meist eine Verkleinerung auf 1920 px. Prüfen Sie danach, ob Text lesbar bleibt.
- E-Mail-Anhänge: Unser 12-MB-Porträt wurde im Standardlauf 150 kB groß, die beiden anderen Fotos rund 245 kB. Prüfen Sie bei einem Postfachlimit, wie viele Bilder danach hineinpassen.
- Screenshots und Logos: Palette-PNG, bei modernen Browsern AVIF. Unser PNG-Standard ist hier die schwächste Option.
Häufige Fragen
Wie kann ich Bilder komprimieren kostenlos und ohne Anmeldung?
ImgCompress.app, Squoosh und TinyPNG funktionieren ohne Konto. TinyPNG begrenzt die Version auf 20 Bilder à 5 MB, ImgCompress.app auf 10 Dateien à 50 MB je Stapel. Bei iLoveIMG nennt die Preisseite für Basic ein kostenloses Konto, ob die Komprimierungsseite auch ohne Anmeldung läuft, haben wir nicht geprüft.
Kann ich Bilder komprimieren ohne Qualitätsverlust?
In unserem Test war nur das PNG-Standardverfahren von ImgCompress.app verlustfrei, mit 15 bis 25 Prozent Ersparnis; beim Kodak-Foto erreichte libpng auf Stufe 9 verlustfrei 66 Prozent. Die JPEG-Ausgabe der App ist verlustbehaftet, Palette-PNG ebenfalls. Wie stark der Verlust auffällt, sollten Sie am Bild selbst beurteilen.
Was ist eine gute TinyPNG Alternative?
Wenn der Upload stört, sind Squoosh und ImgCompress.app lokale Alternativen. Wenn das 5-MB-Limit stört, kommt iLoveIMG mit 200 MB im Basic-Plan infrage. Bei kleinsten Dateien liegt Squoosh mit mozjpeg vorn, weil unser JPEG-Encoder 36 bis 66 Prozent größere Dateien erzeugt.
Ist die Bildkomprimierung im Browser DSGVO-konform?
Die DSGVO verlangt keine bestimmte Technik. Wenn die Bilddaten das Gerät nicht verlassen, entfällt jedoch die Übermittlung an Dritte. Bei ImgCompress.app und Squoosh geschieht die Verarbeitung lokal. Bei personenbezogenen Fotos sollten Sie bei Upload-Diensten Datenschutzerklärung und Auftragsverarbeitung prüfen.
Warum wird mein Foto so viel kleiner als erwartet?
Weil ImgCompress.app standardmäßig die längste Kante auf 1920 px begrenzt. Ein 8256-px-Porträt schrumpfte so von 11,47 MB auf 150 kB. Schalten Sie "Auflösung beibehalten" ein, wenn Sie das Original in voller Größe behalten möchten.
Fazit
Welche Tools zur Bildkomprimierung passen, hängt weniger vom Preis ab als von drei Fragen: Darf die Datei das Gerät verlassen, wie klein soll das Ergebnis werden, und wie viele Bilder sind es. Für alltägliche Web-Fotos mit lokaler Verarbeitung reicht ImgCompress.app. Bei JPEG liefert mozjpeg (das Squoosh nutzt) kleinere Dateien, bei PNG die von uns gemessene Palette-Quantisierung mit libimagequant, und TinyPNG oder iLoveIMG bieten die Server-Features, die lokale Tools nicht haben.
Unsere Grenzen bleiben bestehen: größere JPEGs als mozjpeg, PNG nur verlustfrei, 10 Dateien pro Stapel. Wer das Ergebnis eines Tools prüfen will, vergleicht Dateigröße und Bild nebeneinander; weitere Grundlagen stehen im ausführlichen Komprimierungsleitfaden.
